FEMINISIERT!  - Leseprobe

 „Jetzt das Gesicht wieder zu Boden!“, sagte Michelle, setzte ihren Fuß auf den Hals des einen Mannes. Sie drückte so fest zu, dass ein schmerzverzerrtes Stöhnen aus seinem Mund kam.

Wie gut es sich anfühlte unter dem Fuß! So weich und so verletzlich!

Viele vertrauensvolle Gespräche hatte sie in den vergangen Tagen mit der Baronesse geführt. Aus diesen hatte sie gelernt, dass keine versteckte Geste oder unscheinbare Mimik eines Sklaven ihr entgehen durfte. Es könnte ein erstes Zeichen des Aufbegehrens oder gar der Anmaßung sein, hatte die Baronesse erklärt. Die Präsenz des Schwarzen Schwans muss daher jederzeit spürbar sein.

Langsam schritt sie im Halbkreis um die Sklaven herum und kam hinter ihnen zum Stehen.

Ihre Anweisungen sprach sie mit knappen und klaren Worten aus:

„Auf die Knie und den Oberkörper aufrichten! Die Augen geschlossen halten! Ihr habt es nicht verdient, eurer erlesenes Publikum ansehen zu dürfen! Die Hände auf den Hinterkopf, so, wie es Gefangene machen müssen!“

Mit einem Gefühl der Befriedigung verfolge sie, dass man genau das tat, was sie gesagt hatte.

Eine Herrin müsse stets das Geschehen bestimmen und die Ordnung aufrechterhalten, hatte die Baronesse erklärt.  War die Ordnung einmal gelockert und die Distanz zwischen Herrin und Sklave nicht mehr gewährleistet, konnte das gesamte Konstrukt einstürzen. Latexmasken waren genau das Richtige dafür. Sie waren ein geeignetes Mittel, um eine stete Distanz zu halten. Sie nahmen einem Sklaven die Identität, degradierten ihn zu einer gesichtslosen Nummer, einem Wesen ohne Individualität und Persönlichkeit. Ein weiteres Mittel wäre der rigorose Gebrauch von Züchtigungsinstrumenten. Ihr Herz pochte beim Gedanken, ihr eigenes schon bald einsetzen zu können. Nein, Vertraulichkeit und Milde waren das letzte, was diese beiden Kreaturen jetzt brauchten, wusste Michelle.

Aber noch war die Zeit nicht reif dafür.

Eine Weile tat sie nichts, ließ so die Spannung ansteigen. Sie vermied jetzt auch das Auf- und Abschreiten hinter ihnen. So etwas durchbrach die sich aufbauende Spannung, verwandelte die angespannte Starrheit in erlösende Bewegung, welche die Grenzen zwischen dem Übergeordneten und Untergeordneten verwischen ließ. Das System wäre in diesem Fall nicht mehr starr. Bewegung schwächte es. 

 

Michelles Blick glitt über die beiden vor ihr aufgerichteten Körper nach vorne, wo ihre Zuschauerinnen auf der Ottomane saßen. Die Morgensonne des kühlen Dezembertags stand tief und schien direkt durch das große Panoramafenster, so dass sie die Augen zusammenkneifen musste. Die Baronesse und Madame Aimée waren davor nur als dunkle Schemen wahrzunehmen, umrahmt von einer Korona gleißender Helligkeit.

Erwecke niemals den Schwarzen Schwan in mir! Das hatte die Baronesse ihr einst in einem nächtlichen Traum gedroht.

Die Zeit schien stehenzubleiben.

Nichts bewegte sich mehr.

Das seltsame, aber so erfüllende Gefühl in ihrem Inneren wurde mächtiger.

Der Schwarze Schwan!

Michelle wusste in diesem Moment, dass dieses Wesen bald ihre Handlungen lenken würde.

Irgendwo knackte es laut in dem sich von der Sonne erwärmenden Holzparkett, verursachte ein erschrockenes Zucken in den Körpern der Männer.

Noch mehr Zeit ließ sie verstreichen, blickte ausdruckslos auf die nackten Oberkörper und die unaufhörlich zitternden Muskeln. Die beiden waren sichtlich nervös. Sie hatten ihre Hände fest an den Hinterkopf gepresst, die Finger so stark ineinander verhakt, dass die Knöchel hell geworden waren.

Michelles Mundwinkel verzogen sich zu einem Grinsen.

Jede Sekunde konnte sich der Riemen der Peitsche in ihren Rücken schneiden. Nur sie würde entscheiden, wann, wie lange und wie qualvoll dies geschehen würde.

Der Saal war jetzt von strahlendem Licht erfüllt. Von irgendwoher war Vogelgezwitscher zu hören. Noch mehr Zeit ließ sie verstreichen.

Der Atem der beiden Sklaven wurde schneller.

Der Schwarze Schwan!

Sie konnte ihn jetzt deutlich spüren!

Ihre Finger lösten sich vom aufgerollten Peitschenriemen. Wie eine schwarze Viper breitete sich das geflochtene Leder auf dem Boden aus, schien die hohen Absätze ihrer Pumps umschmeicheln zu wollen: Die Insignien ihrer Macht!

Dann brach Michelle das Schweigen.

„Menschen sind von Güte und Mitleid erfüllt. Wenn dem so ist, bin ich kein Mensch! Ich bin der Schwarze Schwan!“, fauchte sie die Männer in einem seltsam verzerrten Ton an, merkte dabei, dass ihre Gesichtsmuskeln unkontrolliert zu zucken begannen.

Ihr Sichtfeld verengte sich. Die Sonne blendete. Das Herz pochte schneller. Die Peitsche schien mit ihrem Arm zu einer Einheit zu verschmelzen.

Michelle holte aus, zog dann so kraftvoll durch, dass der lange Lederriemen mit einem markanten Zischen durch den Raum sauste.

Erneut schien die Zeit stehenzubleiben, und wie in einer Zeitlupenaufnahme verfolgte sie mit, wie sich der schwarz-glänzende Flechtriemen in die beiden Rücken schnitt, spürte im selben Moment, dass sich die Kraft des Aufschlags über Riemen und Griffholz in die Handfläche übertrug.

Ein langgezogenes, erlösendes Stöhnen drang aus ihrem Mund.

Die schwarze Giftschlange hatte zugebissen!

Blut pumpte ihr in den Unterleib, füllte den Schwellkörper. Die Hoden begannen zu kribbeln und legten sich an.

Zum zweiten Mal holte sie aus und schlug zu.

Der Penis richtete sich auf.

Noch ein Schlag.

Die Kreaturen heulten wie geschlagene Hunde unter den Hieben simultan auf.

Wieder ein befreiendes Stöhnen aus ihrem Mund.

Die Eichel glitt aus der Vorhaut.

Ich bin der Schwarze Schwan!

Ab diesem Moment übernahm der Sadismus die Kontrolle über Michelles Handlungen.